Achtsamkeit im Homeoffice

Ein jeder der kann, befindet sich spätestens seit Anfang 2020 im Homeoffice. Ein Begriff der für viele Arbeitnehmer in früheren Zeiten eine Traumvorstellung war, ist nun zur Realität von Millionen von Menschen geworden.

Allerdings stellte sich heraus, dass im Homeoffice unerwartete Herausforderungen und Schwierigkeiten warteten, auf welche die meisten Arbeitnehmer nicht vorbereitet waren.

Doch wie für alles, was unter der Sonne existiert, gibt es auch für die Hindernisse des Homeoffices eine Lösung, die sich sehen lassen kann.
Wir sprechen von Achtsamkeit.

 

Homeoffice bringt Veränderung 

Wir sind den ganzen Tag erreichbar, egal ob per Smartphone auf dem Weg zum Supermarkt oder zuhause beim Kochen per Laptop oder Tablet. Es fällt schwer, nicht regelmäßig seine Nachrichten und E-Mails nachzuschauen, denn es könnte ja schließlich eine wichtige Mitteilung eingetroffen sein, vielleicht sogar vom Chef oder der Chefin.
Ein entscheidender Aspekt hat unsere berufliche Erreichbarkeit bisher noch teilweise eingeschränkt; nämlich unsere Arbeitszeit, die wir im Büro oder im Außendienst verbracht haben.

Mit dem rasanten Homeoffice-Anstieg ist dies allerdings Geschichte.

Nun ist das Private und Berufliche nicht mehr durch eine örtliche Absonderung getrennt, sondern der berufliche Alltag geschieht inmitten des privaten Rückzugsort, der den meisten Menschen äußerst heilig ist. Für viele, die im Homeoffice arbeiten, bedeutet dies mehr Stress, längere Arbeitszeiten und verkürzte Ruhephasen, die als weniger regenerierend und erholsam wahrgenommen werden.

Doch wie kann man in dieser außergewöhnlichen Situation die Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit beibehalten, wenn das Zuhause nicht mehr bloß als Ort der Entspannung, Ruhe und des individuellen Lebens angesehen werden kann?

 

Mehr Struktur im (Arbeits-)Alltag 

Nicht jeder der im Homeoffice arbeitet, muss an morgendlichen Pflichtmeetings teilnehmen, sondern kann die eigene Zeit oftmals selbstständig planen. Diese Freiheit kann dir zum einen das Gefühl von gesteigerter Autonomie verleihen, andererseits erfordert diese neu gewonnene Freiheit jedoch auch ein besonderes Maß an Eigenverantwortung, Zeit-und Selbstmanagement. 

Die nachfolgenden Tipps sollen dir helfen, mehr Struktur in deinen (Arbeits-)Alltag zu bringen, um deine Zeit optimal ausschöpfen zu können.

Tipp 1: Richte dir ein Büro bzw. eine Arbeitsecke ein. [1]

Nach Möglichkeit solltest du in deinem Zuhause einen designierten Ort der Arbeit haben, um für dich den Anschein einer örtlichen Trennung von Arbeit und privatem Leben zu erwecken. Dies hilft dir, dich an deinem Arbeitsplatz besser zu konzentrieren, da du vom restlichen Teil deines Zuhauses getrennt bist und du, wenn du dein Büro bzw. deine Arbeitsecke verlässt, dich im restlichen Teil deines Zuhauses besser entspannen und regenerieren kannst.

Tipp 2: Beginne und beende deinen Alltag jeden Tag zur selben Uhrzeit.
Dies bedeutet auch, dass du zusehends zur selben Uhrzeit aufstehen solltest. Dieser Rhythmus hilft dir, Routine in einen nahezu routinefreien Tag zu bringen und die dir zur Verfügung stehende Zeit effizient zu nutzen. [1]

Tipp 3: Plane deinen Tag im Vorhinein. 

Ein fester Plan mit Tageszielen motiviert dich und hilft dir, nicht den Überblick in deinen eigenen vier Wänden zu verlieren. Außerdem wirst du mit Erfolgsgefühlen belohnt, wenn du Tätigkeiten von deiner To-Do Liste herunterstreichen kannst und deine Tagesziele erreicht hast.

Tipp 4: Nutze deine Pause, um dich zu bewegen. [2]
Bewegung bringt klare Gedanken und tut deinem Körper gleichzeitig gut. Nach Möglichkeit kannst du also deine Pause für einen erholsamen Spaziergang nutzen, der neuen Raum für innovative und originelle Ideen schafft.

Tipp 5: Bleibe achtsam. 

Achtsamkeit kann dich auch im Homeoffice unterstützen, da dir ein erweitertes und waches Bewusstsein hilft, eine Leistungssteigerung zu erzielen.

 

Achtsam bei der Arbeit

Achtsamkeit kann in den verschiedensten Bereichen eingesetzt werden, sodass du sie dir auch in deinem beruflichen Leben zunutze machen kannst.

Achtsamkeit bei der Arbeit kann dir helfen, die sogenannten Zeitdiebe zu entdecken und bei Möglichkeit zu eliminieren. Unter Zeitdieben verstehen wir Aufgaben, Tätigkeiten, Eigenschaften und sogar Verhaltensweisen, die einen Großteil unserer Zeit beanspruchen, uns jedoch nicht zu einem produktiven Endergebnis führen.[1] Kurz gesagt: Wir verschwenden unsere Zeit! 

Da die Ablenkung im Homeoffice auch den stärksten Willen in Versuchung bringt, ist es wichtig, sich über die Zeitdiebe bewusst zu werden. Hierbei kann es helfen, den individuellen Arbeitstag schriftlich zu dokumentieren und zu schauen, an welchen Stellen übermäßig Zeit in Anspruch genommen wird. Nach Möglichkeit sollen diese Zeiten in der Tagesplanung mit anderen Aufgaben ersetzt werden, die effektiv und effizient erledigt werden.

Achtsamkeit bedeutet auch, sich selbst mit Respekt zu begegnen und sich selbst gut zu behandeln. Daher solltest du um deiner selbst Willen regelmäßige Pausen auch im Homeoffice einhalten und deine Arbeitszeit nicht dauerhaft verlängern.

Um mit Achtsamkeit in deinen Arbeitstag zu starten, kannst du diesen beispielsweise mit ein paar Minuten in Stille beginnen. Zum Auftakt deiner Arbeitszeit nimmst du dir zunächst Zeit, um anzukommen. 

Hier kannst du gerne deine Augen schließen, um von den Dingen, die dich umgeben, nicht abgelenkt zu werden.

Du kannst dann ganz bewusst wahrnehmen, wie du dich an diesem Tag fühlst. Du kannst feststellen, wie sich dein Körper anfühlt und wie deine Stimmung ist. Du kannst bemerken, wie es dir emotional geht, was dich beschäftigt und was dir gegebenenfalls auf der Seele liegt. In diesen Minuten nimmst du dir einen Moment Zeit, all diese Aspekte bewusst und ganz wertfrei wahrzunehmen. Alles, was du denkst, fühlst oder empfindest, darf da sein.
Die Achtsamkeit soll dir helfen, das was du empfindest, wahrzunehmen, zu erkennen und schließlich produktiv zu verarbeiten.

Mit einem achtsamen Start in den (Arbeits-)Alltag bist du entspannter, ausgeglichener und wacher, was sich auf deine Leistungsfähigkeit und Resilienz auswirkt.[2] Dieser Start in den Tag ist dazu nicht zeitintensiv aber äußerst effektiv, sodass du dies regelmäßig anwenden kannst, ohne deine Arbeitszeit beachtlich aufschieben zu müssen.

 

Übung macht den Meister 

Wie so ziemlich jede Tätigkeit muss auch die Achtsamkeit geübt werden. Habe also etwas Geduld mit dir, wenn dir die Achtsamkeit im Homeoffice zu Beginn schwer fällt und du vielleicht in alte Handlungsmuster verfällst. Die Achtsamkeit lehrt dich auch, diesen Rückfall nicht negativ zu bewerten, sondern lediglich wahrzunehmen und es beim nächsten Mal erneut zu probieren.

Versuche die zuvor genannten Tipps, sowie die Minuten in Stille in deinen Arbeitsalltag einzubringen, um erfolgreich arbeiten und anschließend entspannen zu können.

 

Geschrieben von Cassandra 

 

Quellen:

[1]https://www.manager-magazin.de/harvard/selbstmanagement/resilienz-und-mindfulness-im-homeoffice-achtsam-bleiben-wie-geht-das-a-a2920ddc-f2c7-4640-bf10-d0976009135f

[2]https://www.gq-magazin.de/body-care/artikel/mindful-working-5-tipps-fur-achtsamkeit-im-arbeitsalltag-auch-im-home-office

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