Einheit 1 von 0
In Progress

Theorie-Input: Im Körper beheimatet sein

Jeder Fünfte in Deutschland praktiziert regelmäßig Yoga oder zieht in Betracht, damit innerhalb des nächsten Jahres anzufangen. Rund 90 % der Yoga-Praktizierenden nahmen bei sich selbst dadurch eine positive Veränderung wahr. Sie beschrieben Gefühle der Entspannung und Ausgeglichenheit, mehr Konzentration und auch ein besseres Wohlbefinden.

Dabei ist Yoga schon lange kein Trendsport mehr und wird auch losgelöst von spirituellen sowie religiösen Anhaltspunkten praktiziert. Drei Viertel der Yoga-Praktizierenden begründen die Ausübung mit einer Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens und mehr als die Hälfte mit einer Verbesserung des geistigen Zustandes: es geht also um die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Yoga soll eine besonders ausgeprägte Wirkung auf das Bewusstsein des eigenen Körpers haben und damit auch darauf, wie sehr man sich mit dem eigenen Wohlbefinden beschäftigt.

Durch die regelmäßige Praxis reagieren wir sensibler auf die eigenen Empfindungen und schulen – besonders in belastenden Situationen – einen achtsamen Umgang mit dem Umfeld und uns selbst. Des Weiteren wurde in zusätzlichen Studien bestätigt, dass Yoga ein hohes Stresslevel reduzieren und Stresssymptome vorbeugen kann. Insgesamt umfassen die Bereiche mit positiven Auswirkungen somit das psychische Wohlbefinden, die Lebenszufriedenheit, soziale Beziehungen und Achtsamkeit.

Alle Formen des Yogas haben gemeinsam, dass es sich nicht nur um reine Körperübungen handelt, sondern auch die Atmung miteinbezogen wird. Dabei reicht das Spektrum von dynamischer, akrobatischer Ausführung bis hin zu bewusst verlangsamten Bewegungen im Hatha-Yoga. Bei Letzterem geht es um Dehn-, Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen und um die Körperempfindungen vor, während und nach den verschiedenen Stellungen. Die Methode soll dabei unterstützen, den eigenen Körper geschmeidiger und biegsamer zu machen und zu kräftigen, um ihn in ein persönliches Gleichgewicht zu bringen.

Neben der körperlichen Aktivität spielt beim Hatha-Yoga jedoch auch die innere Einstellung eine wichtige Rolle und wird ebenso trainiert und gefordert. Wir übernehmen Verantwortung, den Signalen des Körpers nachzufühlen und diese zu akzeptieren und üben Geduld gegenüber den eigenen Grenzen. Im Laufe der Zeit und mit regelmäßiger sanfter Übung werden sich Grenzen verschieben und negative Gedanken zur Stagnation mindern. Die Vorteile dieser achtsamen Körperübungen sind die wenigen notwendigen Voraussetzungen: In jeder Körperhaltung ist es möglich, Kraft, Balance und Beweglichkeit zu trainieren, solange ein Mindestmaß an Bewegungsfähigkeit und eigenständige Atemführung möglich sind.

Aufgrund dieses Zusammenspiels von Geist und Körper finden besonders die Übungen des Hatha-Yogas in der Achtsamkeit Anwendung. Die achtsamen Körperübungen wirken – oftmals entgegen aller Erwartungen – regenerierend. Nach den Übungen fühlen wir uns energiegeladen und ausgewogen, während wir im Vorhinein erschöpft waren.

Wir gewinnen ein lebendiges Körpergefühl, das uns auf die eigene Körpersprache, Haltung und Mimik aufmerksam macht und somit auch Aussagen über den momentanen Gefühls- und Gesundheitszustand trifft. Das Bewusstwerden und -machen ist hierbei der erste Schritt, aktiv Veränderungen zu bewirken.

So ist es uns möglich, effektiv Präventionsmaßnahmen einzuleiten, die die geistige und körperliche Erschöpfung mindern und das Burnout-Risiko senken. In belastenden Situationen gelingt es dadurch früher auf die Bremse zu treten und somit Stresssituationen schon vor deren Beginn zu verhindern. Dies geht einher mit einer höheren psychischen Widerstandskraft, der Stressresilienz. So konnten Yoga-Praktizierende laut Studien folgende Veränderungen wahrnehmen: 59 % fühlten sich deutlich entspannter oder ausgeglichener, 32 % fühlten sich körperlich fitter und 30 % wohler in ihrem eigenen Körper.

Es kann also nicht schaden, diese sanfte Methode zur Steigerung des eigenen Wohlbefindens einmal auszuprobieren!

*Bitte kläre vorab mit deiner Krankasse ab, wie viel und ob sie den Kurs bezuschussen. Das kann je nach Krankenkasse variieren. Angaben ohne Gewähr.